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„Das geht uns doch nichts an!“? Behinderungsbewältigung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Dissertationsvorhaben Andrea Hellermann

Hintergrund

In die wissenschaftliche Analyse über den familiären Umgang mit der Behinderung eines Kindes sind zahlreiche Disziplinen involviert. Nimmt man die jeweiligen Modellierungen der familiären Lebenswirklichkeiten in den Blick, stellt man fest, dass die überwiegende Mehrheit dieser Modelle nicht aktuellen Erkenntnissen über die Situation von Familien mit behinderten Kindern entspricht. Sie sind oftmals in ihren Variablen nicht auf Familien als zentrale Analyseeinheiten ausgerichtet, indem sie in ihren stark individuumzentrierten Darstellungen kontextuelle Vernetzungszusammenhänge sowie innerfamiliale Dynamiken ignorieren.

Diese Unzulänglichkeiten der theoretischen Modelle wirken sich auch auf empirische Ergebnisse aus, stellen doch beschriebene Copingmodelle häufig das theoretische Grundgerüst für Studien über Situationen von Familien mit behinderten Kindern dar. Darüber hinaus verfälschen derartig ‚enge‘ Modelle Annahmen über die Beschaffenheit der Lebenswelten von Familien. Dies wirkt sich unmittelbar auf daraus resultierende Unterstützungsmöglichkeiten aus, da diese Modelle den Umgang mit Behinderung als eine alleinig familiale statt gesamtgesellschaftliche Aufgabe suggerieren.

Ziel

Ausgangspunkt des Promotionsprojektes ist demnach eine ausführliche Beschäftigung mit Copingmodellen sowie deren Implikationen. Ziel der Arbeit ist es, in der Auseinandersetzung mit verschiedenen theoretischen Ansätzen, ein Modell zur Analyse familiärer Lebenswirklichkeiten zu entwickeln, das der Komplexität dieser Lebenswelten entspricht. Eine Interviewstudie verbunden mit einer Sekundäranalyse bestehenden Interviewmaterials soll die Tragfähigkeit des Modells überprüfen.